An die Waffen, Ihr Lehrer!

Man war gespannt, wie Donald Trump auf den Amoklauf von Parkland und auf die Forderung der Schülerinnen und Schüler nach einer Verschärfung der Waffengesetze reagieren würde. Man ist inzwischen daran gewöhnt, dem amerikanischen Präsidenten alles Mögliche zuzutrauen. Aber sein Vorschlag zum Amoklauf von Florida überraschte dann doch.

 

Trump scheint entschlossen, jetzt die Lehrkräfte an den Schulen bewaffnen zu lassen. Auf seiner Agenda steht eine landesweite Mobilmachung an Amerikas Schulen. Die Lehrkräfte in der Alten Welt halten von solchen Hirngespinsten wenig. Nur allzu gut weiß man, dass dadurch eine neue Waffenspirale in Gang gesetzt würde und dass die Eskalation eines Konflikts kaum etwas zu dessen Lösung beitragen kann.

 

Die Schülerinnen und Schüler in Deutschland treiben da ganz andere Bedenken um: Sie wissen, wie schwer ihren Lehrerinnen und Lehrern die Bedienung eines Fotokopierers oder die Installierung einer PowerPoint-Präsentation fallen. Sie können und wollen sich deshalb nicht ausmalen, wie sich ihre Lehrerinnen und Lehrer beim Umgang mit Handfeuerwaffen anstellen. Die meisten Lehrerinnen und Lehrer haben außerdem in jungen Jahren den Dienst an der Waffe verweigert. Dass sie eine solche Verpflichtung jetzt wieder einholt, ist nur schwer vorstellbar. Aus den Wehrdienstverweigerern von einst könnten so die Lehrdienstverweigerer von morgen werden.